Vor dem Sarrazin Auftritt – Rechtspopulisten in Erfurt aktiv

3 Mai

Die Rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“, die sich die rechtsradikale österreichischen FPÖ zum Vorbild nimmt, verteilte am 1.Mai in Erfurt rassistische Postkarten, auf der wieder einmal die
islamische Gefahr herbei halluziniert wurde. Konkret glaubte die Partei diesmal vor der Zwangseinführung der Burka warnen zu müssen. „Durch die pseudowissenschaftlichen Behauptungen von Thilo Sarrazin, der
Migrantinnen und Migranten sowie Bezieherinnen und Bezieher von Sozialleistungen zu Menschen zweiter Klasse abwertet, bekommen solche Parteien Aufwind. Sie fühlen sich in ihrem Rassismus und der aggressiven
Abwehr einer solidarischen Gesellschaft, in der die Schwachen durch das soziale Netz aufgefangen werden, bestätigt“, ordnete Lena Weber, Pressesprecherin des Bündnis Sarrazin Absagen, die Aktivitäten der
Partei ein. Diese war bisher nur als Stammtisch und per Internetseite in Erscheinung getreten. Deren Mitglieder fühlten sich als Vollstrecker eines Mehrheitswillens und hofften auf eine Erlösergestalt a la
Guttenberg, die ihnen endlich den politischen Durchbruch verschaffen könne. „Wir werden sie sicherlich beim Sarrazinauftritt wieder sehen. Hier können sie darauf setzen unter Gleichgesinnten über ihre Feindbilder herzuziehen und brauchen nicht auf Gegenargumente zu hören“, ergänzt Weber die Einschätzung der Partei. Nur das Erscheinen des ein oder anderen offenen Nazis dürfe sie dort stören, da die NPD ebenfalls die Lesung unterstützt. Rechtspopulistische Bewegungen wie „Die Freiheit“ oder Pro Deutschland seien schließlich sehr bedacht darauf, sich von diesen abzugrenzen, um ihre Fassade als seriöse Diskussionspartnerinnen und -partner aus der Mitte der Gesellschaft zu wahren. Wie die Pressesprecherin des Bündnisses jedoch abschließend feststellt: „Geht es um den Islam, nehmen sich offene Nazis und Rechtspopulistinnen und
Rechtspopulisten nichts.“

Advertisements