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Reaktion auf die Veröffentlichungen in der TA und TLZ

23 Feb

Dass eine Woche vor dem durch ein Bündnis geplanten Veröffentlichungstermin ein Offener Brief zur angesetzten Sarrazin-Lesung in Erfurt in den Medien kursiert, ist in den engen sozialen Kontexten einer Stadt wie Erfurt nicht verwunderlich. Das Bündnis „Sarrazin Absagen“ wird wie vorgesehen noch bis zum 29. Februar weitere UnterstützerInnen des Offenen Briefes und der Aufforderung an Herrn Staub zur Absage der Sarrazin-Lesung sammeln und danach offiziell Herrn Staub und der Presse den Offenen Brief mit der Liste der UnterzeichnerInnen übergeben. „Dann stehen wir jedoch für ein – (gern auch öffentliches) – Gespräch mit Herrn Staub zur Verfügung. Wir bleiben deshalb bei unserem Zeitplan, damit möglichst viele Personen und Institutionen die Möglichkeit bekommen, sich der Forderung anzuschließen. Zudem haben die heutigen Veröffentlichungen für weitere UnterstützerInnen gesorgt. Diese sollen ebenso die Möglichkeit erhalten, mit ihrem Namen unter dem Offenen Brief an Herrn Staub aufgeführt zu sein“, betont eine Sprecherin des Bündnisses.
Das Bündnis verwahrt sich aber bereits jetzt entschieden gegen die Verleumdung, sie seien „selbsternannte Zensoren in Sachen der Sarrazin-Lesung“ und achteten die im Grundgesetz verbriefte Meinungsfreiheit nicht, wie ein Dr. Andreas Lindner dem Bündnis öffentlich vorwirft. Zur Richtigstellung: Das Bündnis fordert gerade kein staatliches Verbot der Lesung oder des Buches. Das Bündnis wendet sich aber an einen privaten Veranstaltungsbetreiber mit der Aufforderung, einer Meinung, die im Kern rassistisch und biologistisch ist, nicht ein Podium und ein Publikum zu verschaffen. Damit manifestiert und befördert er einen gesellschaftlich verbreiteten Rassismus und verdient zudem damit noch Geld.
Rassistische Positionen sind nicht diskussionswürdig und ihnen darf kein zusätzliches Forum geboten werden. Es geht darum, Menschen vor Beleidigungen und verbalen Diskriminierungen durch Sarrazin und seine Anhänger zu schützen. Und nicht zuletzt ist es eine Mär, Thilo Sarrazin sei zu einer sachlichen Diskussion bereit. Zahlreiche Veranstaltungen mit ihm (wie zum Beispiel die Diskussion in der Münchener Reithalle im September 2010) haben dies widerlegt.

Link: Artikel in der Thüringer Allgemeinen vom 23.02.2012

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Sarrazin kommt – Bündnis zur Absage gegründet.

26 Jan

Am 9. Mai 2012 lädt das DASDIE Brettl in Erfurt ein zu einer Buchlesung mit Thilo Sarrazin. Sarrazin erhält damit in Erfurt ein Podium, seine rassistischen und sozialchauvinistischen Parolen aus seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ einer Öffentlichkeit zu präsentieren.

Damit diese Veranstaltung doch noch abgesagt wird, aber zumindest nicht widerspruchslos hingenommen wird, hat sich ein Bündnis von Einzelpersonen und politischen Gruppen gegründet.

Aber uns geht es nicht nur um Sarrazin, der einen biologistisch begründeten Rassismus unter einem vermeintlichen Deckmantel der Wissenschaftlichkeit auf die Unterhaltungsbühnen und in die Bestsellerlisten bringt. Auch der in der Gesellschaft verbreitete rassistische Konsens, der jetzt sein vermeintlich seriöses Sprachrohr erfährt,  ist Gegenstand unserer Kritik.

In den nächsten Wochen werden wir unsere Kritik in die Öffentlichkeit und an den Veranstalter tragen, Veranstaltungen organisieren und protestieren mit einem Ziel: Sarrazin absagen!

InitiatorInnen des Bündnisses:
DGB Jugend Erfurt, DGB Jugend Thüringen, Fachschaftsrat für Förder-, Sonder- und Integrationspädagogik Uni Erfurt, Flüchtlingsrat Thüringen e.V., Gruppe LISE, Infoladen Sabotnik, Jusos Erfurt, Landesjugendwerk der AWO, RedRoxx