Sarrazin als „Finanzexperten“ widerlegen

5 Jan

Veranstaltung zur Eurokrise, 16.01., 19:00 Uhr Radio FREI

Am 16.01.2013 kommt Thilo Sarrazin erneut nach Erfurt. Nachdem er im vergangenen Jahr die rassistischen Thesen seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ vorstellte, die das Anti-Sarrazin Bündnis Erfurt mit Protesten begleitete, tritt er diesmal als vermeintlicher Finanzexperte auf. Wie prominente WissenschaftlerInnen betont er dabei die Überlegenheit der deutschen Exportorientierung und kritisiert die derzeitige Eurostabilisierung aus rechtskonservativer Perspektive.

Sarrazin bedient dabei das Bedürfnis der deutschen Öffentlichkeit seit dem Ausbruch der Eurokrise, klare Schuldige für wirtschaftliche und soziale Verwerfungen zu bestimmen. In einer fiebrigen Suche werden immer neue Sündenböcke durch die mediale Arena getrieben, deren Machenschaften oder Unterlassungen für die Krise ursächlich sein sollen: Seien es nun die verschuldeten Italiener oder Griechen, denen ein „mentalitätsbedingter“ südländischer Schlendrian angedichtet wird, oder die „raffgierigen“ Banker und Spekulanten, deren wilde Zockereien die reale Wirtschaft in den Abgrund gerissen haben sollen – immer werden hierbei die Krisenursachen einer bestimmten Menschengruppe zugeschrieben. Die Ursachen wie Folgen der Krise werden bei dieser verkürzten Sicht auf die Krise personifiziert, sie werden zu Eigenschaften oder Charaktermerkmalen bestimmter Personengruppen stilisiert. Systemische Ursachen bleiben außerhalb der Betrachtung.

In Abgrenzung zu dieser verkürzten Sichtweise verortet der Referent Tomasz Konicz die Ursachen der gegenwärtigen Krise in den Widersprüchen des kapitalistischen Systems selber. Der Kapitalismus stoße – so die These des Referenten – an seine Entwicklungsgrenzen, weil er überaus erfolgreich bis zum Exzess eben das vollführt habe, was alle Apologeten unentwegt an ihm preisen: Die konkurrenzvermittelte Steigerung der Produktivität zwecks Profitmaximierung. Aufgrund einer weiter rationalisierten Warenproduktion, die mit immer weniger Arbeitskräften immer größere Warenberge ausstoßen kann, bricht zugleich die kaufkräftige Massennachfrage für eben diese Warenberge weg. Das System sei demnach zu produktiv für sich selbst geworden, und kann nur noch vermittels schuldengenerierter Nachfrage – oder strikter Exportfixierung, wie im Fall Deutschlands – aufrechterhalten werden.

Dr. Tomasz Konicz, geb. 1973 in Olsztyn/Polen, studierte Geschichte, Soziologie, Philosophie in Hannover sowie Wirtschaftsgeschichte in Poznan. Arbeitet als freier Journalist mit dem Schwerpunkt Osteuropa.

Veranstaltung zur Eurokrise:
am 16.Januar um 19:00 Uhr bei Radio FREI

Letzte Infos zur Protestkundgebung gegen die Lesung von Thilo Sarrazin am 9. Mai // 18.00Uhr // Theaterstraße – Zugang über die Gorkistraße!!!

8 Mai

Das Bündnis „Sarrazin absagen.“ ruft für Mittwoch den 9. Mai 2012 zu einer Protestkundgebung gegen die zeitgleich in der Alten Oper stattfindenden Lesung des Buches „Deutschland schafft sich ab“ des Thilo Sarrazin auf.

Die Kundgebung wird ab 18 Uhr vor der Alten Oper in der Theaterstraße stattfinden. Mit Musik ( der Band: laubsaegenmassaker3 http://laubsaegenmassaker3.blogsport.de/ und noch einer Band), Redebeiträgen und kreativen Aktionen wird deutlich gemacht, was immer wieder gesagt werden muss. „Gegen jeden Rassismus und sozialchauvinistische Ausgrenzung.“

Das Bündnis weist daraufhin, dass aufgrund polizeilicher Maßnahmen ein Zugang zur Kundgebung ausschließlich über die Gorkistraße möglich ist. Der Zugang über den Dalbergsweg wird durch die Polizei gesperrt.

Da wir nach dem Kooperationsgespräch befürchten das die polizeilichen Maßnahmen erheblich sein könnten, haben wir uns dazu entschieden einen Ermittlungsausschuss einzurichten: (EA): 0173-158 44 99

Wir verweisen auch noch einmal auf die Hinweise des EA für die Kundgebung: http://thea.blogsport.de/hinweise/

Protestkundgebung // 09.05.2012 // 18:00 Uhr // Alte Oper

14 Apr

Das muss man immer wieder sagen:
Gegen jeden Rassismus und sozialchauvinistische Ausgrenzung.
Protest gegen die Lesung von Thilo Sarrazin am 9. Mai 2012 in Erfurt

„Deutschland schafft sich ab“ behauptet Thilo Sarrazin mit seinem 2010 erschienenen Buch, das er seitdem in zahlreichen Lesungen, Talkshows und Interviews vorstellt, publik macht und verteidigt. Über eine Million Exemplare sind verkauft und am 9. Mai 2012 soll Thilo Sarrazin in der Alten Oper in Erfurt lesen. Weil die im Buch wiedergegebenen Thesen Sarrazins sozialchauvinistisch, rassistisch und biologistisch sind, ruft das Bündnis „Sarrazin absagen.“ zu Protesten auf.

Warum wir eine Lesung von Thilo Sarrazin nicht wollen.
Die Inhalte des Buches sind schnell benannt: „Das Deutsche in Deutschland verdünnt sich immer mehr, und das intellektuelle Potential verdünnt sich noch schneller.“ fasst Sarrazin eine seiner Kernthesen schwammig zusammen, ohne genauer zu benennen, was das denn sein solle, dieses „Deutsche“ und wie es sich „verdünnen“ könne. Wichtiger sind ihm die Schlussfolgerungen aus seiner zentralen Feststellung: Da müsse durch Anreize für „Deutsche“ und „Schlaue“ gegengesteuert werden. Konkret schlägt er vor, fertig ausgebildeten Akademikerinnen für jedes vor dem 30. Lebensjahr geborene Kind „eine staatliche Prämie von 50.000 Euro“ zu zahlen. In der Denkwelt Sarrazins wird der erwünschte Nachwuchs erkauft, der weniger oder gar Unerwünschte solle so zumindest relativ weniger werden.
Anstatt Armut an sich zu bekämpfen, grenzt Sarrazin von Armut betroffene Menschen aus, forciert den Ausschluss vieler Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe und diskriminiert damit Menschen abhängig von ihrer materiell-sozialen Stellung. Die Aufhebung eines sozialen und ausgleichenden Zusammenlebens versucht er zu verschleiern, indem er seine Forderrungen in den Dienst einer behaupteten und biologistisch begründeten Nation stellt.

Wir lehnen es ab, Menschen nach ihrer Nützlichkeit für eine „Nation“, für einen Staat, für Deutschland zu bewerten.
Wir setzen uns ein für die Gleichwertigkeit aller Menschen, die Ausgrenzung und Diskriminierung ausschließt!

Ein Lieblingsthema Thilo Sarrazins ist die einer rassistischen Logik folgenden Ansicht über eine vermeintlich zu starke Zuwanderung und über die mangelnde Integration von Migrantinnen und Migranten, speziell der Muslime. Sarrazin behauptet, dass „letztlich eine Veränderung unserer Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters“ in eine ungewünschte Richtung drohen würde, „wenn wir den Zuzug nicht steuern“.
Gesellschaften verändern sich immer auch kulturell und haben durch ihre Offenheit und ihren Austausch erst unsere heutigen Gesellschaften, Bedürfnisse, Lebensweisen und Verhaltensweisen hervorgebracht und bleiben auch weiterhin veränderbar. Die Behauptung eines genetisch begründeten „Volkes“ und einen daraus abgeleiteten wie auch immer gearteten „Volkscharakter“ lehnen wir ab.
An anderer Stelle spricht Sarrazin von einer „Menschenflut“ aus Afrika und – in Rückgriff auf Darwin – von einer „negativen Zuchtwahl“. Wohlgemerkt, es geht um Menschen in Sarrazins Buch, nicht um Tiere! Dass er erst auf Raten seines Verlages das von ihm favorisierte Wort „Rasse“ in Bezug auf Menschen durch das Wort „Ethnie“ ersetzt hat, zeigt sein Verharren in der rassistischen Gedankenwelt des frühen 20. Jahrhunderts.

Wir setzen uns ein für die Überwindung der unheilvollen und widerlegten Theorien von „Volk“ und „Rasse“.
Wir wollen keine Lesung, in der einzelne Gruppen von Menschen diskriminierend beschrieben und in ihrer Würde verletzt werden.

Nach Sarrazin ist für einen großen Teil der Kinder „der Misserfolg mit ihrer Geburt bereits besiegelt“. Nicht etwa aufgrund ihrer sozialen und gesellschaftlich ermöglichten bzw. ausgeschlossenen Chancen, sondern aufgrund einer behaupteten Erblichkeit von Intelligenz. Die „intellektuelle Ausstattung ihrer Eltern und (…) deren Bildungsferne und generelle Grunddisposition“ würden Kinder benachteiligen. Explizit bestreitet er die sozialen und politischen Verhältnisse als Ursache von Ungleichheit.
Sarrazin bemisst den Wert eines Menschen an einem Intelligenzbegriff, der alleinig auf einen Bereich beschränkt ist, der einen ökonomischen Erfolg in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem befördert. Er bezieht aber nicht die vielfältigen und sehr unterschiedlichen Kompetenzen und Fähigkeiten, die jeder Mensch innehat und die seine Individualität ausmachen, mit ein.
Wenn Sarrazin insbesondere Muslimen „unterdurchschnittliche Erfolge im Bildungswesen“ unterstellt, gleichzeitig Bildungsgrad und Intelligenz in positive Beziehung setzt, dann wird schnell klar, was Sarrazin denkt. Für ihn sind Muslime genetisch begründet und damit unveränderbar weniger intelligent als Andere.

Wir setzen uns ein für ein Anrecht aller an gleicher gesellschaftlicher Teilhabe.
Wir wollen keine Lesung, die die Erblichkeit von Intelligenz behauptet, gestaltbare gesellschaftliche Bedingungen als irrelevant beiseite schiebt und zudem insbesondere Menschen einer Religionsgemeinschaft biologistisch diffamiert.

Warum wir mit Thilo Sarrazin nicht diskutieren wollen.
In einem Punkt geben wir Thilo Sarrazin Recht: „Gewisse Punkte sind nicht verhandelbar!“ schreibt er in seinem Buch. Richtig: Wir halten die Gleichwertigkeit der Menschen und die Würde allerMenschen für nicht verhandelbar. Genau dies aber stellt Thilo Sarrazin mit seinem Buch massiv in Frage. Deshalb halten wir eine Diskussion mit ihm für falsch, hieße es doch, genau diese Punkte seien diskutier- und somit verhandelbar.
Zudem zeigen zahlreiche versuchte Diskussionen mit Thilo Sarrazin, dass es ihm nicht um eine sachliche Auseinandersetzung geht, wie er gern immer wieder behauptet. Genauso wie sein Buch kein Sachbuch ist, ist seine Art der Argumentation keine sachliche. Inhaltliche Entgegnungen ignoriert er und diffamiert sie als ideologisch verbrämte Anschauungen. Er beharrt auf der Richtigkeit seiner Statistiken und seiner Interpretation, die einem rassistischen Grundmodell folgt. Er schmückt sich mit dem Bild desjenigen, der „die ungeschminkte Wahrheit“ ausspräche und allein schon deshalb keine Gegenargumente zulässt.

Und ein Wort zur Meinungsfreiheit:            
Über 200 Einzelpersonen und Organisationen haben in einem Offenen Brief an den Veranstalter Herrn Staub vom DasDieBrettl die Absage der Lesung von Thilo Sarrazin gefordert. Als Reaktion wurde von Zensur und von einer Missachtung der Meinungsfreiheit gesprochen und die Lektüre des Grundgesetzes empfohlen.
Das Grundgesetz schützt die Einzelnen in seiner freien Meinungsäußerung vor Eingriffen des Staates. Und niemand hat ein Verbot des Buches von Sarrazin gefordert oder ein Verbot der Lesung durch staatliche Behörden.
Niemand kann aber verlangen, ein Podium für seine Diskriminierungen kritik- und widerstandslos zu erhalten. Meinungsfreiheit hat Grenzen, wenn sie dazu gebraucht bzw. missbraucht wird, die Würde des Menschen und weitere elementare Menschenrechte zu verletzen sowie gegen das allgemeine Diskriminierungsverbot zu verstoßen. Sarrazins Äußerungen erfüllen den Missbrauch der Meinungsfreiheit.

Wir setzen uns ein für eine Wahrung der Meinungsfreiheit, ebenso für die Achtung der Grund- und Menschenrechte für Alle.
Wir wollen keine Lesung mit einem Menschen, der sich zum Opfer der politisch Korrekten ausruft, wenn seine Thesen und Schlussfolgerungen zu Recht als rassistisch kritisiert werden.

Gesellschaftliche und institutionelle Ausgrenzung jeden Tag bekämpfen:
Mit seinen Gedanken steht Sarrazin tatsächlich nicht alleine. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit findet sich nicht nur im alltäglichen Rassismus am Stammtisch, in den Schulen oder am Arbeitsplatz wieder, sondern auch in der rassistischen Sondergesetz- und Abschiebepolitik des Staates. Die Verschärfung von Armut und Chancenungleichheit bezüglich Bildung führt zu dauerhafter Ausgrenzung. Dieser Situation muss sich dauerhaft widersetzt werden. Und weil Sarrazins Lesung eines von vielen Events der Manifestation statt der Kritik dieser Verhältnisse ist, rufen wir zu Protesten auf:

Mittwoch, 09. Mai 2012 18:00 Uhr
Vor der Alten Oper in Erfurt (Theaterstr. 1)

Bündnis „Sarrazin absagen.“

Aufruf zum download

250 Menschen haben in Erfurt gegen die Lesung von Thilo Sarrazin protestiert

9 Mai

Am heutigen Mittwoch den 09. Mai haben ca. 250 Menschen gegen die Lesung von Thilo Sarrazin protestiert. Das Bündnis „Sarrazin absagen“ zieht eine positive Bilanz der heutigen und vergangenen Aktionen. Die Absage der Veranstaltung konnte zwar nicht erreicht werden, aber die Liste der UnterzeichnerInnen des offenen Briefes, der Andrang an den verschiedenen Veranstaltungen und die Resonanz bei den vielfältigen Aktionen zeigen, dass viele Menschen sich mit den Thesen eines Thilo Sarrazins nicht einverstanden erklären.

Auf der Kundgebung versammelten sich ca. 250 Menschen neben der Al ten Oper in Erfurt und formierten sich zu einem bunten und lautstarken Protest.  Neben Redebeiträgen von unterschiedlichen Organisationen wie dem Flüchtlingsrat Thüringen, dem Infoladen Sabotnik und DGB Bildungswerk wurde die Versammlung auch von verschiedenen Bands musikalisch begleitet. Ein Künstler gestaltete über den gesamten Kundgebungszeitraum ein meterlanges Transparent. Während dessen wurden, trotz der Absprachen im Kooperationsgespräch mit der Polizei und Ordnungsbehörde und eines friedlichen Protestes, viele KundgebungsteilnehmerInnen auf dem Weg zur Versammlung einer körperlichen Kontrolle unterzogen, wodurch sie bei der Teilnahme an der Kundgebung aufgehalten wurden. Eine Deeskalationsstrategie der Polizei war mit einem massiven Aufgebot an vielen Stellen nicht erkennbar. So wurde auch nicht verhindert das TeilnehmerInnen der Lesung bis zur Kundgebung vordrangen und die VersammlungsteilnehmerInnen verbal provozierten, wodurch ein Handgemenge entstand, das in der Eingitterung der Kundgebung endete.

Das Bündnis „Sarrazin absagen“ sieht sich auch weiterhin veranlasst sich gegen jeglichen Rassismus, biologistischen und sozialchauvinistischen Thesen entschieden und aktiv einzusetzen.

Rassismus von nebenan // 09. Mai // 15-18.00Uhr //Hirschgarten (bei Regen im Filler) Erfurt

8 Mai

Lesen gegen Sarrazin

3 Mai

Die Mobilisierung gegen die rassistische, biologistische und sozialchauvinistische Lesung von Thilo Sarrazin läuft auf Hochtouren. Auf einer Kundgebung am 9. Mai werden ab 18 Uhr vor der Alten Oper viele verschiedene Menschen gemeinsam gegen Sarrazin und seine Thesen demonstrieren. Wer sich bis dahin noch inhaltlich fit machen will, kann zum einen die Veranstaltungsreihe des Bündnis‘ „Sarrazin absagen.“ besuchen und zum anderen einen Blick in die Bibliothek des Infoladens werfen. Hier haben wir nämlich nachgelegt und fünf Bücher zum Thema besorgt, die hier kurz vorgestellt werden.

Quelle: http://sabotnik.blogsport.de

Sarrazin … sus artık! shut up! 3АТКНИ СВОЮ ГЛОТКУ! Ferme-la! Halt’s Maul!

3 Mai

„Sar­ra­zin, halt’s Maul“ for­dert auf ko­rea­nisch, ja­pa­nisch, rus­sisch, eng­lisch, deutsch, tür­kisch und fran­zö­sisch ein Flug­blatt, dass sich gegen die Le­sung mit Sar­ra­zin am 9. Mai in Er­furt rich­tet.

Ein Bünd­nis von zahl­rei­chen Grup­pen und Ein­zel­per­so­nen hatte be­reits vor ei­ni­ger Zeit die Ab­sa­ge der Le­sung ge­for­dert. Der Ver­an­stal­ter Wolf­gang Staub lehn­te dies ab, ob­wohl er Thi­los The­sen für „banal bis wirr“ hält — aber mit sowas kann man im DAS­DIE-​Brettl, wo auch mal Ufos ge­sucht wer­den oder ab­ge­half­ter­te Ko­mi­ker se­xis­ti­sche Witze im Se­kun­den­takt er­zäh­len, gutes Geld ver­die­nen.

Das mehr­spra­chi­ge Flug­blatt mo­bi­li­siert zu der Ge­gen­kund­ge­bung am 9. Mai ab 18 Uhr vor der alten Oper. Es ist aber auch ent­stan­den, um den Mi­gran­t_in­nen in Er­furt zu zei­gen, dass nicht alle weiß/deut­schen1 Er­fur­ter_in­nen das ras­sis­ti­sche und chau­vi­nis­ti­sche Welt­bild von „Deutsch­land schafft sich ab“ tei­len.

Wer das Flug­blatt aus­dru­cken und ver­tei­len möch­te, fin­det es hier (1,4MB A4 PDF).

Vor dem Sarrazin Auftritt – Rechtspopulisten in Erfurt aktiv

3 Mai

Die Rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“, die sich die rechtsradikale österreichischen FPÖ zum Vorbild nimmt, verteilte am 1.Mai in Erfurt rassistische Postkarten, auf der wieder einmal die
islamische Gefahr herbei halluziniert wurde. Konkret glaubte die Partei diesmal vor der Zwangseinführung der Burka warnen zu müssen. „Durch die pseudowissenschaftlichen Behauptungen von Thilo Sarrazin, der
Migrantinnen und Migranten sowie Bezieherinnen und Bezieher von Sozialleistungen zu Menschen zweiter Klasse abwertet, bekommen solche Parteien Aufwind. Sie fühlen sich in ihrem Rassismus und der aggressiven
Abwehr einer solidarischen Gesellschaft, in der die Schwachen durch das soziale Netz aufgefangen werden, bestätigt“, ordnete Lena Weber, Pressesprecherin des Bündnis Sarrazin Absagen, die Aktivitäten der
Partei ein. Diese war bisher nur als Stammtisch und per Internetseite in Erscheinung getreten. Deren Mitglieder fühlten sich als Vollstrecker eines Mehrheitswillens und hofften auf eine Erlösergestalt a la
Guttenberg, die ihnen endlich den politischen Durchbruch verschaffen könne. „Wir werden sie sicherlich beim Sarrazinauftritt wieder sehen. Hier können sie darauf setzen unter Gleichgesinnten über ihre Feindbilder herzuziehen und brauchen nicht auf Gegenargumente zu hören“, ergänzt Weber die Einschätzung der Partei. Nur das Erscheinen des ein oder anderen offenen Nazis dürfe sie dort stören, da die NPD ebenfalls die Lesung unterstützt. Rechtspopulistische Bewegungen wie „Die Freiheit“ oder Pro Deutschland seien schließlich sehr bedacht darauf, sich von diesen abzugrenzen, um ihre Fassade als seriöse Diskussionspartnerinnen und -partner aus der Mitte der Gesellschaft zu wahren. Wie die Pressesprecherin des Bündnisses jedoch abschließend feststellt: „Geht es um den Islam, nehmen sich offene Nazis und Rechtspopulistinnen und
Rechtspopulisten nichts.“

Aktiv werden gegen Rassismus — Transparent-Aktion in Erfurt

3 Mai

„Aktiv gegen Rassismus werden“ forderten heute unbekannte GegnerInnen der für den 9. Mai geplanten Lesung von Thilo Sarrazin in der Alten Oper auf einem 20m langen Transparent, dass sie über den Juri-Gararin-Ring spannten. „Sondergesetze für AusländerInnen, permanente rassistische Kontrollen am Erfurter Bahnhof, dumpfer Rassismus vom Stammtisch und die elitären Thesen von Thilo Sarrazin zeigen, dass Rassismus keine Ausnahmeerscheinung und kein alleiniges Handlungsfeld rechter Schläger ist. Vielmehr ist er Normalzustand in der deutschen Gesellschaft.“ heißt es auf einer zurückgelassen Erklärung. Dagegen müssten viele Menschen aktiv werden. Die AktivistInnen fordern, die Lesung mit Sarrazin zu verhindern, darüber hinaus aber auch im Alltag gegen Rassismus und Sozialchauvinismus aufzustehen. Wie das in acht Metern Höhe angebrachte Spruchband enfernt werden kann, ist derzeit noch ungeklärt. Den AktivistInnnen ist das recht: In ihrem Flugblatt sprechen sie davon, dass ein aufwändiger Feuerwehreinsatz angesichts der geistigen Branststiftung von Thilo Sarrazin mehr als angebracht wäre.

Quelle mit Bildern: http://sabotnik.blogsport.de/

Mobilisierung

3 Mai

Aufruf zur Kundgebung am 09. Mai 2012

Aufleber

Vor dem Sarrazin Auftritt – Rechtspopulisten in Erfurt aktiv

1 Mai

Die Rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“, die sich die rechtsradikale österreichischen FPÖ zum Vorbild nimmt, verteilte am 1.Mai in Erfurt rassistische Postkarten, auf der wieder einmal die islamische Gefahr herbei halluziniert wurde. Konkret glaubte die Partei diesmal vor der Zwangseinführung der Burka warnen zu müssen.
„Durch die pseudowissenschaftlichen Behauptungen von Thilo Sarrazin, der Migrantinnen und Migranten sowie Bezieherinnen und Bezieher von Sozialleistungen zu Menschen zweiter Klasse abwertet, bekommen solche Parteien Aufwind. Sie fühlen sich in ihrem Rassismus und der aggressiven Abwehr einer solidarischen Gesellschaft, in der die Schwachen durch das soziale Netz aufgefangen werden, bestätigt“, ordnete Lena Weber, Pressesprecherin des Bündnis Sarrazin Absagen, die Aktivitäten der Partei ein. Diese war bisher nur als Stammtisch und per Internetseite in Erscheinung getreten. Deren Mitglieder fühlten sich als Vollstrecker eines Mehrheitswillens und hofften auf eine Erlösergestalt a la Guttenberg, die ihnen endlich den politischen Durchbruch verschaffen könne.
„Wir werden sie sicherlich beim Sarrazinauftritt wieder sehen. Hier können sie darauf setzen unter Gleichgesinnten über ihre Feindbilder herzuziehen und brauchen nicht auf Gegenargumente zu hören“, ergänzt Weber die Einschätzung der Partei. Nur das Erscheinen des ein oder anderen offenen Nazis dürfe sie dort stören, da die NPD ebenfalls die Lesung unterstützt. Rechtspopulistische Bewegungen wie „Die Freiheit“ oder Pro Deutschland seien schließlich sehr bedacht darauf, sich von diesen abzugrenzen, um ihre Fassade als seriöse Diskussionspartnerinnen und -partner aus der Mitte der Gesellschaft zu wahren. Wie die Pressesprecherin des Bündnisses jedoch abschließend feststellt: „Geht es um den Islam, nehmen sich offene Nazis und Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten nichts.“